Karim Aebischer, Asheesh Gulati, Aous Karoui, Trystan Geoffre
Partenaires : Nathalie Dherbey-Chapuis, Isabelle Gauvin, Philippe Genoud, Nathalie Guin, Marie Lefevre, Mireille Rodi
Die zunehmende sprachliche und kulturelle Vielfalt der Schülerinnen und Schüler (OECD, 2018) und die Umsetzung eines inklusiven Bildungssystems (Bundesverfassung, Art. 2 Abs. 3, Art. 8 Abs. 1 und 2) führen zu einer zunehmenden Heterogenität der Klassen in der Regelgrundschule. Diese doppelte Entwicklung stellt die Fachleute vor Herausforderungen, insbesondere im Bereich des Erlernens von Französisch als Unterrichtssprache (FLens) (für die Schüler ist die Unterrichtssprache entweder die L1, die Erstsprache, oder eine L2, die nach der L1 erlernte Sprache), da Französisch eine komplexe Sprache ist, die auf einer Verbindung mehrerer Systeme basiert (Fayol & Jaffré, 2016). Die Unterrichtssprache ist jedoch nicht nur Gegenstand des Lernens, sondern auch Mittel der Kommunikation und Trägerin anderer Lerninhalte. Der Zugang zur Unterrichtssprache für alle Schüler*innen zu fördern, ist daher eine Priorität. Ein Ansatz könnte insbesondere darin bestehen, das Lernumfeld im Sinne des Universellen Designs für Lernen (UDL) (CAST, 2022) pluralistisch zu gestalten, ohne dabei die Lernanforderungen des regulären Unterrichts zu verändern.
Digitale Lernumgebungen (DLE), die adaptives Lernen ermöglichen, sind vielversprechende Ressourcen, um Personalisierung und Inklusion zu fördern und auf ein UDL hinzuarbeiten. Die Fähigkeit solcher Systeme, den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schüler*innen gerecht zu werden, muss jedoch hinterfragt und getestet werden, bevor eine systemweite Implementierung in Betracht gezogen werden kann. In dieser Hinsicht ist das Projekt DocTA2LE-FR innovativ. Es zielt darauf ab, die Auswirkungen einer digitalen Lehr-/Lernumgebung mit anpassbaren/adaptiven Lernpfaden auf die Entwicklung des Leseverständnisses in FLens bei Grundschüler*innen (5H-6H) und auf die Entwicklung der Praxis von Lehrkräften zu dokumentieren und zu bewerten. Es steht somit in engem Zusammenhang mit drei aktuellen Themen: Schule, Sprache und Digitalisierung.
Das Projekt DocTA2LE-FR wird von einem interdisziplinären Team durchgeführt, das die Komplexität von Bereichen wie Lese- und Schreibkompetenz in FLens, spezifische Bildungsbedürfnisse, DLE und Lehrkraftausbildung berücksichtigt.
Wissenschaftlicher und sozialer Kontext des Forschungsprojekts
Die wissenschaftliche Literatur zu den Themen Didaktik des Leseverständnisses in Französisch als Unterrichtssprache, digitale Barrierefreiheits-Tools, erklärbare KI und experimentelle Protokolle für Einzelfälle bilden die Grundlage für das Projekt DocTA2LE-FR. Das Fehlen ähnlicher empirischer Arbeiten im angestrebten Kontext macht dieses Projekt zu einer ehrgeizigen und innovativen Arbeit, die dazu beiträgt, angemessene didaktische Tools für eine universelle Pädagogik zu dokumentieren.